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Plakatkampagne vor und während der Fußball-Europameisterschaft

Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft wollen wir erneut auf das Projekt „Soforthilfe nach Vergewaltigung“ aufmerksam machen.

Mit der Plakatkampagne „Jede Vergewaltigung ist ein medizinischer Notfall. Im Krankenhaus erhalten Sie Hilfe.“ möchte die Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt im Zeitraum 27. Mai bis 6. Juni sowie 17. Juni bis 27. Juni erneut im Frankfurter Stadtgebiet für die Möglichkeit der medizinische Hilfe nach einer Vergewaltigung in Frankfurter Kliniken sensibilisieren. Die Plakatkampagne wird durch Mittel des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main realisiert.

Seit der Einführung des Modells „Soforthilfe nach Vergewaltigung“ im Jahr 2013 steht in Frankfurt eine medizinische Versorgungsstruktur zur Verfügung, die es erlaubt, in sieben Kliniken medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, ohne dass zuvor eine Anzeige bei der Polizei erfolgt ist. Bis Ende 2015 ließen sich insgesamt 92 Frauen in den teilnehmenden Frankfurter Kliniken akut versorgen. In 2016 nahmen bereits 13 weitere Frauen das Angebot in Anspruch.

„Unsere Plakate werben dafür, nach einer Vergewaltigung ins Krankenhaus zu gehen, um sich medizinisch versorgen zu lassen“, so Angela Wagner von der Beratungsstelle Frauennotruf. „Wichtig ist vor allem, dass die Frankfurter Öffentlichkeit die Versorgungsstruktur kennt und im Ernstfall betroffenen Frauen zu diesem Schritt raten können. Die Worte Vergewaltigung und Krankenhaus sollen sich einprägen. Deshalb müssen wir immer wieder auf die Initiative hinweisen und das Thema visualisieren.“

Ist ein Notfall gegeben, raten die angeschlossenen Kliniken dazu, telefonisch einen Termin mit der Frauenklinik zu vereinbaren. So wird gewährleistet, dass es nicht zu längeren Wartezeiten kommt. Wer ohne Termin in die Klinik geht, sollte in der Notaufnahme mit dem Satz „Ich brauche dringend einen Termin mit einer Gynäkologin“ auf sich aufmerksam machen. Das geschulte Personal weiß dann genau, warum die Frau in der Notaufnahme ist und geleitet sie schnellstmöglich in die entsprechende Abteilung. Auf Wunsch der Frauen sichern die Kliniken Beweisspuren der Tat, die dann im Rechtsmedizinischen Institut für ein Jahr eingelagert werden. Entschließt sich eine Frau innerhalb von zwölf Monaten dazu die Tat zur Anzeige zu bringen, steht das Material zur Verfügung.

Das Projekt stößt auch im Rhein Main Gebiet auf großes Interesse, Offenbach, Darmstadt, der Wetteraukreis, Hanau und der Main Kinzig Kreis haben das Modell übernommen, weitere Landkreise sind in der Planungsphase.

Weitere Informationen und wichtige Fragen zum Ablauf der medizinischen Soforthilfe nach einer Vergewaltigung sowie die Kontaktdaten der Kliniken liefert die Webseite der Initiative:
www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de